Die Flucht der Ameisen

Eine geokalyptische Vision. Roman
2006. 350 S. 21 cm. 530g.
Einband: Gebunden
Verlag: Shayol
ISBN: 9783926126542
Produktart: Wissenschaftsroman
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Im Verlauf umfangreicher Geländeuntersuchungen in Eifel und Westerwald findet der Geologe Gerhard Böhm sonderbare Strukturen in der Erdkruste. Dabei macht er eine auffällige Entdeckung: Hügelbauende Waldameisen siedeln bevorzugt auf den neu gefundenen Störungen in der Kruste. Besteht hier ein Zusammenhang zu Gasen aus dem Untergrund, die vielleicht einen Vorteil für die Ameisen bieten?

Verstärkt auftretende Beben im Neuwieder Becken und im Aachener Raum und eine zunehmende Entgasung im Laacher-See lassen Böhm aufmerken. Früh denkt er an einen Vulkanausbruch, für ihn als Geologen hoch interessant. Doch an der falschen Stelle wäre er eine Katastrophe nicht abzuschätzenden Ausmaßes.

Nach einem frühen Wintereinbruch erforscht Böhm, welchen Bedingungen Ameisenhügel unter Schnee ausgesetzt sind. Als er die ersten Bauten an der Hohen Buche erreicht - einem relativ jungen Vulkan am Rhein -, macht er eine Entdeckung, die ihn hochgradig verstört: Die Ameisen sind trotz tiefer Temperaturen auf einem frei getauten Hügel aktiv. Böhm stellt neben erhöhten Temperaturen vulkanischen Schwefelgeruch fest. Mit den alarmierten Kollegen vom Geologischen Landesamt führt er in den nächsten Tagen Untersuchungen durch, die eine vulkanische Aktivität vermuten lassen. Sie finden Gase, wie sie für Vulkane typisch sind.

Und zum Jahreswechsel bricht in Deutschland das erste Mal nach mehr als 10.000 Jahren wieder ein Vulkan aus, mit einer heftigen Eruption unmittelbar am Rhein.

In Koblenz und den Orten am Mittelrhein kommt es zu allgemeiner Panik. Nach kurzer Ruhephase öffnet sich wenige Monate später eine Spalte unterhalb des Vulkans, direkt am Steilhang des Rheintals. Aus ihr läuft unaufhaltsam Lava und versperrt dem Rhein den Weg. Alle Versuche, dies zu verhindern, scheitern. Schnell wird klar, dass an dieser Stelle der einzige Abfluss für ein Regeneinzugsgebiet besteht, das so groß ist wie Süddeutschland. Die gewaltigen Wassermassen stauen sich mit hoher Geschwindigkeit auf. Es ist die Zeit des üblichen Winterhochwassers. Chaos bricht aus. Der gesamte Mittelrhein, das Lahn- und Moseltal müssen sofort evakuiert werden. In der Folge steigt das Wasser bis in den Oberrheingraben; Mainz und Frankfurt werden überflutet. Am Vulkan hat sich die Situation mit fortschreitender Entwicklung zugespitzt. Im Kontakt mit dem überstauten Wasser kommt es zu gewaltigen Eruptionen, die Teile des Lavadammes wegsprengen. Nach den katastrophalen Überschwemmungen im Oberlauf sind jetzt Bonn, Köln und der gesamte Niederrhein in Gefahr. Die Lage erscheint aussichtslos ...

Ulrich C. Schreiber, Jahrgang 1956, studierte Geologie und Chemie in Clausthal sowie Geochemie in Göttingen. 1996 wurde Ulrich C. Schreiber als Professor für Allgemeine Geologie an der damaligen Gesamthochschule Essen (heute Universität Duisburg-Essen) ernannt. Seine Arbeitsgebiete sind die regionale Geologie von Mitteleuropa, Vulkanismus und Tektonik sowie die Geoökologie. Die Flucht der Ameisen ist sein erster Roman.

Rezensionen

14.11.06
Was würde eigentlich passieren, wenn in der Eifel ein Vulkan ausbräche und seine Lava den Rhein verstopft? Ulrich Schreiber dachte dieses Szenario zu Ende: Gewaltige Wassermassen stauen sich rasend schnell auf, der gesamte Mittelrhein, das Lahn- und Moseltal müssen sofort evakuiert werden, Mainz und Frankfurt werden überflutet. Nicht nur die Ameisen sind nun auf der Flucht.

Leserbewertungen

01.03.07  
Leserbewertung: Die Flucht der Ameisen
Als Kenner von Land und Leuten fühlt man sich sofort wie in die Handlung eingebunden. Man kann sich treiben lassen und erkennt viele bekannte Details. Das Hochwasserscenario wirkte auf mich dagegen in der Erzählung durch den betont sachlichen Zungenschlag etwas zu künstlich. Ich habe durch die Lektüre dieses Romans aber insbesondere einen neuen und aufregenden Zugang zur Geologie erhalten. Insgesamt eine gekonnte Mischung aus seriöser Wissenschaft und spannender Erzählung, die auch etliche humorige Spitzen hat.
Rembert Braun
27.11.06  
Leserbewertung: Die Flucht der Ameisen
Gut gedacht - schlecht gemacht
Renate Jakobi
12.08.06  
Leserbewertung: Die Flucht der Ameisen
Albert Müller
10.08.06  
Leserbewertung: Die Flucht der Ameisen
Sehr gelungenes Erstlingswerk! Beeindruckendes Szenario
Sebastian
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