Die verrückte Welt der Paralleluniversen
Wo leben wir eigentlich? Und wenn ja, wie oft?
Illustr. v. Vitali Konstantinov
2009. 268 S. m. Illustr. 21,5 cm. 382g.
Einband: Kartoniert
Verlag: Piper
Bestell Nr.: 2956
ISBN: 9783492053327
Produktart: Sachbuch

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Haben die Physiker noch alle Tassen im Schrank oder stehen wir vor der größten Revolution seit Kopernikus?
Kein Witz: Unser Universum ist nur eines von unendlich vielen, und
jeder Mensch hat Doppelgänger in anderen Welten. Unendlich viele,
manche gleichen uns bis aufs Atom. Das behaupten seriöse Physiker, und
sie meinen es ernst.
Bisher spielten Philosophen, Schriftsteller und
Regisseure mit der Idee der Vielen Welten, jetzt erobert sie die
Kosmologie – und könnte die größte wissenschaftliche Revolution seit
der kopernikanischen Wende auslösen. Tobias Hürter und Max Rauner
berichten von der Entstehung eines neuen Weltbilds. Und sie gehen
der Frage nach, was das für jeden von uns bedeuten könnte: Wer sind
wir, wenn wir nicht mehr einzigartig sind? Werden wir unsere
Doppelgänger jemals kennenlernen? Ist das Multiversum das Weltbild der
Postmoderne? Gibt es noch einen Platz für Gott?
Rezensionen
02.03.10
Gibt es in unendlich vielen Paralleluniversen unendlich viele Kopien von uns? Und warum melden die sich nicht? "Die verrückte Welt der Paralleluniversen" sucht nach Antworten.
Leserbewertungen
Das Universum der Multiversen
Die gängigsten Ideen zum "Multiversum", das man sich als Vielzahl von Universen vorzustellen hat, sind hier gut sortiert, unterhaltsam und mitsamt Hintergrundinformationen skizziert.
Einer üblichen - wenn auch recht originellen - Darstellung der wichigsten Meilensteine der Physik folgen Kapitel die sich mit der Möglichkeit mehrfacher Universen beschäftigen. Alles in Einem kommen alle zu Wort (wenn auch die Befürworter ein bisschen mehr als die Gegner) und man gewinnt einen aktuellen Überblick über den Stand der Physik.
Ein Punkt muss allerdings wegen Flapsigkeiten abgezogen werden. Es ist unklar wieso z.B. Tycho Brahe als "Fan" von Kopernikus bezeichnet wird. Tycho Brahe war stets gegen das Kopernikanische Modell. Ausserdem passt der Begriff "Fan" hier nicht und es zeigt sich auch ein grober Stil-Fehler: Der Text wirkt so, als ob die Autoren jeden Tag die Zielgruppe gewechselt hätten.
Aber trotzdem: 4 Punkte sind allemal drin.
Michael Schmid
02.01.10
Schwammige Argumentationen die einer Rechtfertigung ähneln
"Die verrückte Welt der Paralleluniversen" ist keine naturwissenschaftliche Diskussion der Möglichkeit von Multiversen. Trotz der mathematischen und physikalischen Hintergründe der Autoren handelt es sich vielmehr um eine große Rechtfertigung der Existenz dieser Idee. Dies wird beispielsweise dadurch deutlich, dass Kritiker nur marginal zu Wort kommen. Insbesondere stört mich aber, dass die Argumentation der verschiedenen Disziplinen völlig vermischt wird; so werden Physikerzitate herangezogen um theologische Aussagen zu stützen und ähnlich umgekehrt. Als jemand mit physikalischer Vorbildung stehen dann an einigen Stellen die Haare zu Berge und ich habe das Buch mehrfach weggelegt und nur fertig gelesen, weil es locker genug geschrieben ist um flott durchzukommen. Die nach aktuellem Stand der Stringtheorie möglichen Universen sind nicht zu vergleichen mit philosophischen Universen, die sich bei jeder Entscheidung aufspalten. Dieses Bild ist irreführend und hilft der Diskussion nicht. Hätte man hier klar die Sichtweisen getrennt, die Experten einzeln zu Wort kommen lassen und die Zitate in einen fachlich passenden Rahmen gestellt sowie die Meinung der Autoren als solche gekennzeichnet und in einem eigenen Absatz statt zwischen den Zeilen untergebracht, so hätte das Buch viel an Qualität gewonnen.
Wie man an der Popularität in der Gesellschaft sieht, ist die Idee von Paralleluniversen spannend und es lohnt sich die alten und neuen Diskussionen in vielen Aspekten zu studieren. Dieses Buch ist aber in dieser Hinsicht ein Gemischtwarenladen der in Argumentationen keine Rücksicht auf Verluste nimmt und stößt dadurch viele Leser vor den Kopf. Nichtsdestotrotz verweigern die Autoren eine klare Meinungsäußerung und versuchen sich im Epilog dafür zu rechtfertigen. Da hätte ich wirklich mehr erwartet.
Exemplarisch für die Aussage des Buchs hier ein Absatz aus Kapitel 13:
"Zwar werden die wenigsten ihr Leben umkrempeln, wenn sich herausstellt, dass es wirklich andere Welten gibt. Gleichwohl ist diese Weltbildreform groß genug für eine neue Weltanschauung, vielleicht sogar für ein neues Lebensgefühl. Wir werden im Alltag nicht in jeder Minute an Parallelwelten denken. Aber Christen denken auch nicht permanent an Gott."
Albert Mahler
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